Montreux Jazz 2000

Montreux Jazz Festival 2000
Live in der Schweiz, Montreux - 22.07.2000

CD + VHS - Video / DVD-R

CD1
Woman from tokyo
Ted the mechanic
Into the fire
Pictures of home
Sometimes i feel like screamin`
Long time gone
Smoke on the water
Fools
Watching the sky
`69
-
CD2
Jon Lord Solo
Perfect Strangers
When a blind man cries
Speed king
Lazy
Highway Star
Black Night

Das nett gestaltete Frontcover dieser CD ist irreführend, denn hier wird das Festival-Datum des Vorjahres angeführt. Tatsächlich stattgefunden hat der Auftritt am 22. Juli 2000. Das Konzert war als sogenannte "Warm Up Show" für die anstehende "Concerto-Tour" gedacht (natürlich ohne Orchester). Diese Doppel-CD-R zeigt Jon Lord + Co. in bester Spiellaune. Es gibt zwar keine ausschweifenden Solo-Aktionen, doch alles klingt frisch und kompakt, zudem werden einige Überraschungen geboten. Ungewöhnlich sicher der Einstieg mit "Woman from tokyo". "Into the fire" und "Fools" zählten bisher auch seltener bzw. selten zum Programm. Die größte Besonderheit, aus heutiger Sicht (Dez. 2000), ist aber der erste neue Song, der in Montreux seine Premiere feiert. "Long time gone" geht in Richtung stampfender Riffrocker und ist für Purple-Verhältnisse ein relativ simpel strukturierter Titel. Nichts Umwerfendes, gefällt aber trotzdem. Ungewöhnlich sicher auch der Gastauftritt eines jungen, französischen Nachwuchsgitarristen. Der 15-jährige Nawfel ist einigen vielleicht schon aus dem deutschen TV bekannt ("Geld oder Liebe" mit J. v. d. Lippe). Er darf sein Können bei "Smoke on the water" und "Black Night" unter Beweis stellen. Eindrucksvoll wie er beim Letztgennanten immer eine Antwort auf die Vorlagen von Steve Morse findet.
Qualitativ liegt die CD irgendwo zwischen Himmel und Hölle. Ich weiß zwar nicht wo der Ursprung meiner Ausgabe liegt und wie viele Kopiervorgänge (analog/digital ?) sie schon hinter sich gebracht hat, doch unter Bootleg Maßstäben ist der Sound satt und im Prinzip hervorragend. Es dürfte sich um einen Radio- oder TV-Mitschnitt handeln. Doch gerade bei einer solchen Grundlage wäre wieder etwas mehr zu erwarten gewesen, denn einige Dinge sind auch nervig. Weniger die kurzen Aussetzer nach jedem Titel, schon eher einige Ton- und Lautstärkeschwankungen (vorallem bei ruhigen Passagen) und eine Ansagerin im Hintergrund, die alle 2 Minuten auf den Ort der Veranstaltung hinweisen muß ("Montreux Jazz Live").
Vielleicht wird ja dieser Auftritt eines Tages auch noch offiziell veröffentlicht. Verdient hätte er es!

Nachtrag - 17.02.01:
Inzwischen steht mir auch eine Videoaufnahme von diesem Auftritt zur Verfügung. Sie bestätigt nochmals die oben geschilderten Eindrücke. Steve Morse zieht sich trotz Unterarm-Gips (zu wild mit seinen Kindern gespielt) sauber aus der Affäre. Der junge Nawfel spielt wirklich überzeugend. Klarheit gibt es jetzt im Punkto Herkunft der Aufnahme. Audio wie auch Video entstammen dem Internet! Hier wird es schon seit einigen Monaten zur Online-Betrachtung angeboten. Um so erstaunlicher ist für mich die Videoqualität. Das Bild ist zwar nicht (mehr?) überzeugend, sieht aus wie am PC mit einer mäßigen Grafikkarte, dafür ist die Tonqualität überwiegend hervorragend. Leider gilt dieses aber nicht für die komplette Aufnahme. Neben einigen kleinen Aussetzern, gibt es an manchen Stellen (bei 3-4 Titeln) leider auch größere Probleme. Letztlich bleibt der schöne, saubere Stereo-Sound auf der Strecke.




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