Barefooted Over The Elbe

Barefooted Over The Elbe
Live in Deutschland, Dresden - Elbwiesen, 15.08.2001

CD1
Woman from tokyo
Ted the mechanic
Mary long
Lazy
No one came
Fools
Guitar strings
Intro
Perfect strangers
-
CD2
When a blind man cries
Guitar intro parade
Smoke on the water
Speed king
Black night
Hush
Highway star

Nein, keine weitere Aufnahme von der Concerto-Tour 2000, auch wenn einem solche Gedanken kommen könnten. Auf dem Cover erstrahlt die Dresdener Semper-Oper, davor der Name Deep Purple. Doch erstens stand Dresden seinerzeit nicht auf dem Tourplan und zweitens ist die Aufnahme Jahrgang 2001 und da gab es "nur" Deep Purple in Rock !
Der CD-Titel spielt auf Ian Gillan an, denn der verzichtete im Dresdener Open-Air Sommer auf sein Schuhwerk und trat barfuß auf. Kein Wunder bei Außentemperaturen von über 30°C, ganz schön heiß.
"Heiß" dann auch das Konzert ! Was schon häufiger in Kritiken nachzulesen war ist von mir nur zu bestätigen. Der Makel einer recht "abgehangenen" Setlist kann durch musikalische Begeisterungsfähigkeit wett gemacht werden. Einerseits Routine, andererseits Frische durch Druck und Power, so als hätte es die letzten Jahre nicht gegeben. Als Höhepunkte muß ich mal wieder das Steve Morse Intro zu "Smoke on the water", dieses Mal als "Blues Connection" betitelt, und die "Speed King"-Session anführen. Beim letzteren läßt sich sogar Roger Glover zum Singen verleiten, was allerdings im allgemeinen Trubel ziemlich untergeht. Angesichts der Publikumsreaktionen nerven auch Ian Gillan`s Standard-Danksagungen weniger als sonst, schließlich hat er ja kaum eine andere Wahl.
Der Reiz dieser Tour liegt natürlich vorallem in der besonderen Bandbesetzung. Wären die besonderen Umstände nicht bekannt gewesen, hätte ich meine Eindrücke wohl folgendermaßen beschrieben: "..auch Jon versucht immer wieder dem Set neues Leben einzuhauchen und variiert seine Beiträge einmal mehr in erfrischender Form...". Ist natürlich Quatsch und soll nichts anderes heißen als - Don Airey erledigt seinen Job hervorragend ! Ganz im Stile von Jon Lord löst er diese Aufgabe (z.B. "Lazy"), ohne dabei auf eigene, wenn auch kleine, Duftmarken zu verzichten (Intro zu "Perfect Strangers").
Man kann eigentlich nur alle beglückwünschen, die live dabei sein konnten.
Weniger Begeisterung kann ich in Bezug auf die Klangqualität der Doppel-CD entwickeln. Die Live-Atmosphäre kommt zwar recht gut rüber, doch die Musik ertönt von hinten heraus und klingt etwas gefiltert. Im sehr hellen Klangbild fällt vorallem der zischend, scheppernde Schlagzeugsound negativ auf. Alles in allem eine durchschnittliche Qualität, die ausschließlich für den Kopfhörer geeignet ist. Das dürfte allerdings für diejenigen die ein Erinnerungsstück suchen von geringerem Interesse sein.




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