Superdrummers At Capitol Mannheim

Ian Paice & Pete York - Superdrummers At Capitol Mannheim
Live in Deutschland, Mannheim - Capitol, 11.12.2001

Ian Paice (d)/Pete York (d)/Miller Anderson (g)/Colin Hodgkinson (b)

CD1
Intro
I`m a man
Sunshine of your love
Black night
Limin` track / Tamp em up solid
Questions part 1
Drum solo Pete York
-
CD2
Questions part 2
Drum solo Ian Paice
Improvisations
Gimme some or lovin`
Smoke on the water
Collin`s shuffel

Ian Paice und Pete York im Winter 2001 auf kurzer Blitz-Tournee durch deutsche Lande. Eine Fortsetzung der Super-Drumming-Serie aus den 80ern? Nicht ganz, hauptverantwortlich ist dieses Mal Ian Paice und er hat sich für einen Mix aus Information, filigraner Schlagzeugarbeit und erdiger Rockmusik entschieden. 5 Rock-Klassiker machen auch in der "Drummer-Variante" Spaß, sie werden druckvoll umgesetzt! Die Kombination mit 2 Schlagzeugern funktioniert tadellos, Paice und York ergänzen sich trotz oder gerade wegen ihrer unterschiedlichen Stile hervorragend. Die jeweiligen Soli machen es dann nochmal ganz deutlich, hier sind zwei "lebende Rhythmusmaschinen" am Werk! Hinzukommen Bassmann Colin Hodgkinson und Miller Anderson, diese Beiden gehören ebenfalls zur Kategorie Vollbutmusiker. Anderson kann, aus gesundheitlichen Gründen, an diesem Abend als Sänger zwar nicht gefallen, macht dafür aber als Gitarrist einen ausgezeichneten Eindruck. Das es ordentlich was zu Lachen gibt, dafür sorgt Pete York. Mit seinem Mix aus Deutsch und Englisch hat er manchen Brüller auf seiner Seite. Paicey hat da nicht ganz die Entertainer-Qualitäten seines Partners, doch auch er gibt sich locker und auskunftsfreudig. Die Interview-Teile werden so zu einem echten Erlebnis!
Am Schluß bleibt bei mir nur der Ärger die Beiden nicht selbst live gesehen zu haben, verbunden mit der Hoffnung von dieser Tour irgendwann mal was "Offizielles" in den Händen halten zu können. Bis dahin läßt sich aber auch mit dieser Aufnahme leben, die das komplette Konzert beinhalten dürfte. Der Klang ist durchweg gut, wenn nicht sogar sehr gut!
(Einziges Manko ist die Qualität des kopierten Covers. Sie will so garnicht zu dieser tollen Aufnahme passen, aber das läßt sich verschmerzen und vielleicht auch noch beheben.)

Als Anhang habe ich noch eine offizielle Presse-Kritik aus dem "Mannheimer Morgen" angehängt. Ich empfinde sie als absolut zutreffend:



Von Schlagzeugern und Musikern

ROCK: Ein Abend mit Ian Paice und Pete York im Mannheimer Capitol / Von unserem Mitarbeiter Mike Seifert
"Wie viele Schlagzeuger sind hier?" Drei oder vier Dutzend Hände gehen im solide besuchten Mannheimer Capitol in die Höhe. "Und wie viele Musiker?" Einer meldet sich. - Der Ulk ist seit Jahrzehnten ein Running Gag unter Musikern: Trommler gelten nicht als zugehörig. Zwei der legendärsten Taktgeber der Rockmusik machen diesen Scherz gerne mit: Ian Paice (Deep Purple) und Pete York (Spencer Davis Group), beide seit über drei Dekaden im Geschäft, haben sich ihre nicht minder geschätzten Kollegen Miller Anderson (Gitarre) und Colin Hodgkinson (Bass) geschnappt, um mal was anderes zu machen.
Paice und York erzählen von Inspirationen, Einflüssen und ihren ersten Drum- Kits, tratschen Anekdoten aus ihrem bewegten Leben, Ian berichtet Lustiges aus seiner Zeit mit Whitesnake. Sie geben sich als das, was man Schlagzeugern oft nachsagt: als Witzbolde. York, der in den Neunzigern fürs Fernsehen die Serie "Super Drumming" moderierte, spricht eine drollige Mischung aus Deutsch und Englisch ("we are schwitzing"), Paice schraubt sich einen Bierglashalter an den Mikroständer.
Der "Abend mit Ian Paice und Pete York", wie die Veranstaltung angekündigt wurde, ist eine wundervolle Mischung aus Schlagzeug-Workshop, Fragestunde und Konzert. Da werden technische Details erklärt, Tipps gegeben und sensationelle Techniken vorgeführt. Paice zeigt einen einhändigen Wirbel auf der Snare, nennt seine bevorzugte Stimmung - scharfe, kurze Töne mit viel Power - und liefert eine mustergültige Definition für die Stellung des Drummers: "Der Schlagzeuger ist der Dirigent; seine Aufgabe ist es, eine Band musikalisch zusammenzuhalten." Und Musik gibt's auch. Sie brillieren mal mit Edel-Soli, Paice als Vorzeige-Hardrocker, York als Jazz-Experte, mal serviert das gesamte Quartett souveräne Versionen von Paradenummern aus der jeweiligen Vergangenheit wie "Gimme Some Lovin'" (Spencer Davis Group) oder "Black Night" und "Smoke On The Water" (Deep Purple). Die Haudegen liefern Kabinettstückchen in Shuffle, Groove und Swing, und Hodgkinson und Anderson, obwohl "Nebenfiguren", lassen sich auf ihren Instrumenten auch nicht lumpen. Tenor der Gäste hinterher: Es hätten noch weit mehr als zwei Stunden sein dürfen.

Mannheimer Morgen - 13.12.2001



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